Juni 28th, 2008
Manchmal zweifle ich an mir, wenn ich ganz normale Begriffe im Internet nachschlage und Google mir dann fette 0 Treffer anzeigt. Heute wollte ich mal für einen Beitrag über den Naschteig den mir meine Oma früher immer bereitete zu recherchieren. Aber Pustekuchen, anscheinend gibt es das Zeug nicht
.
Mögliche Erklärungen die mir da spontan einfallen, dass das Zeug in Wirklichkeit einfach nur anders heißt und nur meine Oma es der Einfachheit halber als Naschteig bezeichnet hat. Oder das Rezept ist schon vor den Zeiten des Internets ausgestorben? Wobei ich ja eigentlich dachte es bestünden im Internet Millionen verschiedene Naschteigrezepte herumschwirren würden. Vielleicht war meine Oma auch die Erfinderin des Naschteiges ich mache diese Erfindung nun Postum weltbekannt. Die Frage ist nur woher man das Rezept bekommen soll? Ich weiß mit Gewissheit nur noch, dass da Eier und jede Menge Zucker dran waren. Ich spekuliere mal weiter, dass da noch Mehl dazugegeben wurde und die Masse dann vermischt wurde und heraus kam ein gelblicher, fester, leicht verformbarer Klumpen köstlichen Naschteigs heraus. Vielleicht gab es noch weitere geheime Zutaten die sich meinem damaligen kindlichem Auge leider entzogen haben.
Nach der langen Vorgeschichte meinerseits brauche die Mithilfe der werten Leserschaft. Hat jemand schon mal was vom Naschteig oder etwas Vergleichbarem gehört? Falls ja, Details bitte. Falls nein überlegt euch doch mal die optimalen Rezepte für einen Naschteig und leitet diese an mich weiter.
Januar 23rd, 2008
Das Flöckchen ruft in ihrer Aktion Nachbarschaftsgeschichten dazu auf etwas über Geschichten aus der Nachbarschaft zu erzählen. Ich hoffe mal sie kratzt mir vor Eifersucht nicht die Augen raus, denn ich habe meine Nachbarin nackt gesehen! Jawohl. Zwar war es von beiden Seiten ungewollt, aber passiert ist passiert. Und das kam so:
Ich verlasse meine Wohnung und gehe über den Flur zum Fahrstuhl und rufe diesen. (Also ich rufe jetzt nicht Fahrstuhl komm sondern drücke auf den Knopf der dafür sorgt, dass der Fahrstuhl sich in Bewegung setzt und in meiner Etage hält. Als dann irgendwann der Fahrstuhl kommt und seine Türen öffnet, öffnet sich auch die Tür der Wohnung meiner Nachbarin. Anscheinend hat sie jemanden erwartet und dachte das Fahrstuhlgeräusch wäre vom dem sehnsüchtig erwarteten verursacht wurden. Auf jeden Fall steckte sie den Kopf aus der Tür und grüßte freundlich, ich erwiderte den Gruß. Soweit so gut wäre mir nicht nach ein paar Millisekunden etwas seltsames aufgefallen. Außer ihrem Kopf war ein paar Zentimeter weiter unten noch etwas zu sehen. Es dauerte noch ein paar Sekunden bis ich realisierte, dass es ihre blanken Brüste waren. Wenn Frau die 40 überschritten hat und von der Natur reich bedacht ist und Frau sich vorbeugt haben die schwerkraftgeschädigten Brüste einen erstaunlichen drang nach vorne. Das schien auch meine Nachbarin realisiert zu haben und verschwand samt Brüsten wieder hinter der Wohnungstür und ließ mich traumatisiert vor dem Fahrstuhl zurück.
Seit diesem Tag sehe ich meine Nachbarin irgendwie mit anderen Augen. Wäre schon zu wissen was die unbekleidete, alleinstehende Dame mit dem von ihr erwarteten Besucher so anstellen wollte. Wenn sie ihn nackend begrüßt war da bestimmt nicht jugendfreies geplant. Da hätte ich zu gern mal Mäuschen gespielt. Und überhaupt, wie reagiert man als Besucher wenn die Hausdame nur das Evakostüm trägt? Muss Mann dann auch komplett ablegen?
Dezember 18th, 2007
Auch wenn hier wieder einige Frauen sich über die männlichen Primitivismen aufregen werden, so muss ich doch wieder etwas über den großen evolutionären Vorteil des Wasserlassens um Stehen auszulassen. Mir ist nämlich neulich (just beim Wasserlassen im Stehen) aufgefallen wie unpersönlich doch die modernen Urinale sind. Oftmals sind die einzelnen Pinkelbecken sogar durch eine Schamwand getrennt. Wobei diese ziemlich sinnlos ist, da ich mit meinen 190 Zentimetern da locker drüberschauen kann.
Meine erste Begegnung mit einem ersten Urinal war eine ganz andere. Damals im Schwimmbad bestand das Urinal aus einer langen Rille an der Wand vor die sich die Männer stellten und laufen ließen. Und für einen Knirps ist das schon ein ganz erhebendes Gefühl auf Zehenspitzen neben den Großen zu stehen und einfach mit dieser urmännlichen Handlung dazuzugehören *grunz* *grunz*. Da war es natürlich Ehrensache nicht ins Becken zu pullern sondern sich jeden Tropfen für die Rinne aufzusparen. Mögt ihr auch drüber spotten, so ist dies für mich damals ein ganz prägender Schritt auf dem langen Weg zum Erwachsenwerden gewesen.
Oktober 12th, 2007
In letzter Zeit habe ich mich um so einige Blogparaden gedrückt, weil mir die Sinnlosigkeit der Fragen einfach auf den Senkel geht. Die Kölner Frage nach den Spitznamen empfinde ich da doch mal als angenehme Ausnahme, die mich dazu anregt über etwas zu schreiben was bisher noch nicht im Blog Erwähnung gefunden hat.
Die Rede ist vom legendären Turbostepper. Das ist der liebevolle Spitzname, welchen ich vom schlawinski bekommen und welcher zum Glück auch nur von ihm verwendet wird. Auch wenn der Name zugegebener Maßen originell ist und auch lustig kann ich diesen nicht ausstehen, schließlich klingt Turbostepper einfach nach so einem billigen Fitnessgerät aus dem TV-Shop. (Wobei ich es dem schlawinski ausnahmsweise zugestehe diesen zu nutzen, immerhin hat der arme Junge ja sonst keine andere Freude im Leben.)
Seinen Ursprung hat der Turbostepper übrigens im P7, der angesagtesten Magdeburger Szenelocation der Welt. Als der flash da die Tanzfläche eroberte war der schlawinski so beeindruckt, dass ihm der Kiefer herunterklappte und den Ausdruck Turbostepper gebar. Ob das nun aus Spott oder Bewunderung geschah überlasse ich mal eurer Phantasie.
September 25th, 2007
Na wer weiß mit dem Begriff Quadruplespeed noch etwas anzufangen?
Wahrscheinlich nur die CD-Brenner der ersten Stunde. Während heute CD-Brenner und -Laufwerke mit einem simplen 52x gekennzeichnet sind, wurde gab es in den 90ern noch echte englische Fachbegriffe für die Geschwindigkeit der CD-Laufwerke. Erst gab es nur Singlespeed (1-fach) und Doublespeed (2-fach). Später gab es dann noch Tripplespeed-Brenner (3-fach), welche allerdings nur in einer ganz geringen Stückzahl verkauft wurden.
Danach stieß die Technik allerdings an die sprachlichen Grenzen des Machbaren, da die englische Sprache anscheinend nur Vorsilben bis dreifach kannte. Angeregt durch die Marketingexperten kam es dann zu erbitterten Glaubenskriegen ob 4-fach-Brenner nun in Quattrospeed, Quadspeed oder gar Quadruplespeed CDs beschreiben. Und ich war mittendrin
. Ach das waren noch verrückte Zeiten.
September 25th, 2007
Als ich gerade mal wieder etwas unterschrieben habe, ist mir aufgefallen welche weit reichenden Konsequenzen Entscheidungen aus unserer frühesten Jungend haben können.
Ich, zum Beispiel, habe mit Fünfzehndreiviertel Jahren meinen Personalausweis beantragt. Plötzlich hieß es: Unterschreiben sie mal hier!. Genau in dem Augenblick wurde mir die Tragweite dieses Moments / dieser einen Unterschrift bewusst. Fortan würde ich mein Leben lang gezwungen sein genauso zu unterschreiben, wie auf diesem Personalausweisantrag. Welch ein großer psychischer Druck auf einen Jungen, der noch nicht den Schritt zum Mann gegangen ist.
September 10th, 2007
Wo ich dieses Bild beim Schrottie sehe, kommt bei mir auch eine Erinnerung hoch.
Ich war eigentlich auf dem Weg zum nahe gelegenen Supermarkt, als mir kurz vor der Tür in eine parallel zur Straße liegende Parklücke einbog. Problem war nur, dass diese “Parklücke” mit einem großen weißen X Markiert war und als Ein-/Ausfahrt des Supermarktparkplatzes fungierte. Ihr könnt mal raten welche Ansammlung von Klischees hinter dem Steuer saß.
Heraus stieg eine etwa 50-Jähriges Paris Hilton-Double. Eine gealterte aufgetakelte Blondine mit einem für ihr Alter viel zu kurzen Rock und Monsterabsätzen.
Also dann auch noch einer der Zugeparkten aufkreuzte und die Frau auf ihren Fauxpas hinwies, schien die Porschefahrerin etwas zu erwähnen Ich will noch schnell noch einkaufen* und ging galant rotzfrech an dem Mann vorbei. Die darauf folgenden Worte des vor Wut rot angelaufenen Mannes konnte ich sehr gut Verstehen und glaubt mir im Fernsehen hätte man einen Dauerpfeifton drübergelegt. Das hat die Dame dann doch überzeugt umzuparken. Und ich wette wäre die Porschefahrerin ein Mann gewesen wären Knochen gesplittert.
* – genauer Wortlaut unbekannt, stand zu weit entfernt
August 19th, 2007
Als Kind liebte ich es beim Regen im Auto zu sitzen. Es war einfach unbeschreiblich schön durch die sich langsam beschlagenden Scheiben zu sehen wie die Welt draußen begann im Regen zu ertrinken.
Als ich neulich mal wieder beim Regen im Auto saß wollte dieses romantische, aus meiner Kindheit bekannte Gefühl nicht mehr auftauchen, obwohl ich noch immer den Anblick des herunterfallenden Regen liebe. Erst nach einer Weile fiel mir auf was fehlte: das Geräusch des Regens. Die heutigen Autos sind nach Außen hin so gut abgeschirmt, dass man den Regen kaum noch akustisch wahrnehmen kann. Als ich noch ein kleiner Knirps war, waren Autos nur ein bisschen Notdürftig zusammengeschweißtes Blech, welches dem drauf fallenden Regen einen richtig schönen satten, charakteristischen Klang verlieh.
August 13th, 2007
Dank eines kürzlich aufgetauchten Dokuments soll nun plötzlich der Schießbefehl an der Mauer erstmalig belegt sein. Ehrlichgesagt finde ich das eine müßige Diskussion, da wohl jedem Menschen mit ein wenig Menschenverstand klar sein sollte, dass es an einer Grenze mit Selbstschussanlagen auch ein Schießbefehl galt.
Im Rahmen der aktuellen Berichterstattung kam in mir eine Erinnerung auf, die ich eigentlich schon längst vergessen hatte. Diese Erinnerung stammt aus dem Frühjahr 1990, also kurz nach dem Mauerfall, und ich war in der vierten Klasse. Damals hatte meine Deutsch-, Heimatkunde- und Klassenlehrerin mal eine komplette Stunde lang zur Mauer erzählt, aber nicht wirklich im Sinne des Unterrichts sondern mehr als “Betroffene”, da ihr Mann bis zur Wende Grenzsoldat an der Mauer war. Ich muss gestehen mich bei Weitem nicht mehr an alles erinnern zu können, zumal ich in dem Alter die Dimension dieser Grenze nicht erfassen konnte. In meinem Gedächtnis zeichnet sich aber noch ziemlich gut ab, dass ich meiner Lehrerin damals ihre Belastung bei dem Thema ziemlich stark anmerkte. Denn nachdem sie den eigentlichen Aufbau der Grenze schilderte ging sie auch die Aufgaben der Grenzsoldaten ein und das ihr Mann und viele seiner Kollegen seit Jahren umsonst um ihre Versetzung gebeten haben, da sie ihre Aufgabe nur schwer mit dem Gewissen vereinbaren konnten.
Die Grenzsoldaten sind eigentlich wirklich die Dummen gewesen. Hätten sie nicht geschossen, wären sie in der DDR bestraft wurden. Und diejenigen, die geschossen haben wurden nach der Wende verurteilt. Ein Dilemma allererster Güte.
Juli 12th, 2007
Bei den Milchjunkies läuft gerade eine Blogparade zu den TV-Erinnerungen. Angeregt durch die ersten Einsendungen entstand dieser Beitrag. Fühlt euch eingeladen die Beiträge zu lesen und selber mitzumachen.
Ach wie ist das schön in euren TV-Erinnerungen zu stöbern. Bei ela und der prinzzess bin ich auf Kimba, der weisse Löwe gestoßen.
Mit dieser Serie verbinden mich auch so einige Urlaubserinnerungen. Da ich ein Zonenkind bin und die Serie damals auf Sat1 lief, konnte ich diese im Normalfall nicht sehen. Aber im Urlaub, den wir immer in einem grenznahen Abschnitt Brandenburgs verbrachten gab es Westfernsehen. Deshalb machten sich meine Eltern auch die Mühe extra deswegen den guten alten Junost-Fernseher in den Urlaub mitzunehmen und man konnte dann morgens und abends die Faszination des Fernsehens erleben. Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir dabei neben Kimba noch die Schlümpfe, der goldene Schuss und das Glücksrad. Daran könnt ihr auch sehen, dass es außer Sat1 keinen anderen Sender von jenseits des antifaschistischen Schutzwalls zu sehen gab.
Wenn mich meine Erinnerung nicht ganz täuscht gab es damals auch schon diese Telespiel mit dem Sat1-Ball, wo die Leute immer Links oder Rechts sagen. Hätte ich damals besser aufgepasst wäre mir wahrscheinlich das harte, entbehrungsreiche Leben als Rechts-Links-Legastheniker erspart geblieben.