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Autofahren ist Luxus

Eigentlich gehöre ich ja zu der Fraktion, die beim Tanken einfach nur den Rüssel ins Loch hält und an der Kasse mit der EC-Karte wedelt und die Spritquelle verlässt ohne zu wissen wie viel ich eigentlich bezahlt habe. Im Prinzip habe ich da auch kein Problem mit, denn ich fahre ja sowieso nur die nötigsten Strecken1, habe einen halbwegs akzeptablen Verbrauch. Letzteres nicht zuletzt, weil ich auf diese unsäglichen WM-Fähnchen verzichte. Deshalb sehe ich die Benzinkosten als nicht verringerbare Fixkosten an. Zugegebenermaßen könnte ich mir die zwar durch andere Transportmittel deutlich reduzieren, aber den Luxus der Mobilität gönne ich mir.
Aber da ich heute aufgrund eines unglücklichen Umstandes viel Bargeld bei mir hatte, hab ich das Tanken gleich mal genutzt den Bargeldbestand zu reduzieren. Aber ich war dann doch überrascht wie deutlich sich der Bestand reduziert hat. 86,56 €2, obwohl im Tank noch gute 7 Liter Benzin drinne waren. Nun bin ich in der glücklichen Lage, dass mir diese Benzinpreise locker leisten kann, wie man ja an meiner anfangs geäußerten Interesselosigkeit am Benzinpreis lesen konnte. Aber wenn ich jetzt täglich 20 km zur Arbeit pendeln müsste oder nicht das Glück eines recht üppigen Gehaltes hätte würde mir bei der Preisspirale an den Zapfsäulen sicher ganz anders werden. Haben wir nicht spätestens jetzt den Punkt erreicht an dem sich das Autofahren als einfaches Mittel der Mobilität zum purem Luxus gewandelt hat. Gerade auf der Autobahn ist mir heute der Gedanke gekommen, dass viele Menschen viel mehr Geld für das Auto ausgeben als ihnen für die Mobilität zur Verfügung steht?
Ist es nicht wirklich an der Zeit, dass wir Menschen in Punkto Mobilität etwas an Flexibilität abgeben? Ist es denn wirklich notwendig, dass 500 Menschen von fast gleichen A zum fast selben B fahren und dabei alleine in einem fast leeren Auto fahren? Man könnte sich zum Beispiel in einer Mitfahrgelegenheit arrangieren. Oder warum nicht mal Zug fahren? Dauert nicht viel länger und man hat nicht den Stress des Lenkens sowie Zeit für entspannende Dinge wie Lesen. Natürlich muss man dann wieder den Transport vor Ort organisieren. Abe rin Zeiten in denen Bahn und Busse vor allem rentabel sein müssen, wird der ÖPNV maximal in Großstädten gut genug ausgebaut sein um in dem Punkt eine Alternative darzustellen.
Aber wahrscheinlich bin ich da sowieso der Falsche, der diese Fragen stellen sollte. Schließlich gönne ich mir ja noch den Luxus des Autofahrens. Ich kanns mir ja leisten. Zumindest noch. Aber warum machen das nur so viele andere auch? Bei der derzeit öffentlichen Debatte um die Verarmung der Deutschen (Mittelschicht) wundere ich mich doch über so viele Spritvernichter auf den Straßen.

  1. oder zumindest die Strecken, die ich für solche halte []
  2. bereits inklusive der 2-Cent ADAC-Rabatt!!! []
Trackback | Autor: flash| Tags:

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5 Antworten to “Autofahren ist Luxus”

Trackbacks & Pingbacks

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  1. juliaL49 sagt:

    Meimei, ein Auto ist verdammt teuer! Bin sehr froh, dass mir noch keins angedreht wurde :-)

  2. Rob Vegas sagt:

    Bevor mir die nette Navistimme nichts sagt, tanke ich weiter voll ;-)

    Lustig sind nur Leute, welche sich auch in der Tankstelle noch über den hohen Preis aufregen, dann aber noch 3 RedBull, nen Snickers und ne BiFi kaufen!

  3. flash sagt:

    @Julia.
    Ich habe ja nur über den Sprit geschimpft. Aber ein Auto sollte ja jeder haben, schließlich schafft deren Produktion ja noch gute Arbeitsplätze.

    @Rob
    Das ist für mich sowieso unverständlich.

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