Milchjunkies
Spamjunkies
Mindtime
literarisches Blogtett
Ascherlebener Tageblatt
Hole dir deinen Gratispixel und werde Teil des Kunstwerks

Bloggerängste und -phobien

Der Flash hat mich mit seinem Beitrag über gefährliche Nachtfalter auf die Idee gebracht, auch meine geheimen Ängste offensiv anzugehen. Darüber zu sprechen ist ja oft der erste Schritt, drum hier mein Geständnis:

Ja, ich fürchte mich vor Vögeln.

Ich bin mir nicht sicher wo der Ursprung des Ganzen liegt. Es muss aber in frühester Kindheit passiert sein, denn als Original-Dorfjunge wird man notgedrungen mit allerlei Federvieh konfrontiert. Beispielsweise gab es diverse Hähne auf unserem Bauernhof, die den kleinen Schlawinski sehr oft als einen böswilligen Feind im Hühnerstall einstuften. Einer der fiesesten war Zwerghahn Tucki, der mit Vorliebe kleine Kinder per gezieltem Sprung zu Boden zwang. Die Quittung hat er irgendwann von meinem Vater bekommen. Seit dem hängt nur noch ein Erinnerungsfoto im Flur.
Dann waren da noch Gänse. Ganz böse Viecher waren das, die sich mit ihren langen hervorgestreckten Hälsen gen Wade orientierten, sobald man sich in ihre Nähe begab. Selbst der Hof-Truthahn war ein übler Zeitgenosse, der dem nichtsahnenden Stadtmenschen ans Leder wollte. Ihr seht, ich hatte eine schwere Kindheit. Die Angst vor Fluggetier wurde von dem Zeitpunkt an chronisch als ich zwangweise (Notwehr ausgeschlossen) einer Taube das Leben aushauchen musste. Der etablierte Bauer wird jetzt sagen: Weichling, Nutztiere sind dazu da, um gegessen zu werden. Schön und gut aber die Durchführung dieser Tat unter Anleitung ist für einen 10-jähigigen ein äußerst prägendes Erlebnis. Weitere Details dazu möchte ich Euch ersparen. Fakt ist, dass ich mich nunmehr vor allem fürchte was Flügel hat. Das fängst beim Wellensittich an und endet bei Schwänen. Vielleicht könnt ihr nachvollziehen, dass diese Angst/dieser Ekel meinen Alltag sehr beeinflusst. Vor ein paar Tagen beobachtete ich wie eine Katze einen kleinen Vogel zur Strecke bringen wollte. Schon der Anblick der Anbahnung dieser Horrorshow war furchtbar. Ein paar Tage später fuhr ich unseren roten Benzinschlucker auf den Hof und wurde gerade zu umlagert von ca. 20-30 Schwalben, die es extremst witzig fanden mit den Sturmböen zu spielen. Und ich, ich konnte nicht aus dem verschissenen Auto, immer die Angst im Hinterkopf, so ein Vieh könnte einen falschen Haken schlagen und mich “anfliegen”. Mir scheint es fast so, als würden mich die Flugtiere aufsuchen, denn ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie hoch meine Trefferquote ist, wenn es darum geht Vögel mit der Windschutzscheibe zu fangen. Selbst eine Taube machte vor mir nicht halt. War sicher ein Urururenkel von damals. *scheiße*

Trackback | Autor: schlawinski| Tags:

Verwandte Themen:

5 Antworten to “Bloggerängste und -phobien”

Trackbacks & Pingbacks

  1. kroetengruen.de
  1. juliaL49 sagt:

    So ganz irrational scheint mir diese Furcht nicht zu sein. Also kein Grund zur Sorge und du solltest dich auch nicht in psychologische Behandlung geben. Viel schlimmer wäre z.B. Paraskavedekatriaphobie.

  2. schlawinski sagt:

    das kommt noch dazu :-) naja, ne nicht wirklich. ich bin ein freitagfan, ob nun der 13 oder nicht, ist mir mir peng.

  3. flash sagt:

    Da gibts doch einen Hitchcock-Film, in dem ein Mann aus einem Hochhausfenster klettert um sich zu verstecken und auf einem kleinen Steinvorsprung verweilt. Das kommt eine Taube und pickt immer auf seinem Knöchel herum. Eine der ekelhaftesten Filmszenen überhaupt.

  4. Frank Reich sagt:

    Es ist einfach das Brutalste, was man einem zartfühlenden Kind antun kann: es zu zwingen, Leben auszulöschen! Wer tut so etwas? Was geht in so einem Menschen vor? Los, erschieß ihn, mach ihn alle. Mach schon, ist doch nur ein dies oder das! Wer bestimmt den Wert dessen, das getötet werden soll? Wer hat diese Autorität? Mein Mitgefühl!

    Vögel scheinen in der Tat eine Urangst auszulösen. Unberechenbar angeflattert zu werden ist einfach nur widerlich, ekelhaft! Mich hat mal ein Schwan gebissen. Wollte ihn füttern, naiv und unschuldig ohne Angst, völlig frei. Mit einem Schnapp hat er mir ein Stück dieses Urvertrauens in die Welt weggebissen. Schnapp, schnapp. Und dann dieser wirre Wellensittich, der immer auf den armen verängstigen kleinen Jungen losgelassen wurde. Schreckliche Momente, die man nie vergisst.

Sag deine Meinung

Line and paragraph breaks automatic.
XHTML allowed: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>