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Ascherlebener Tageblatt

Housten, wir haben eine Unterschicht

Mensch ist es nicht lustig mit welchen absurden Themen sich die Politiker beschäftigen können nachdem sie eine Gesundheitsreform verhunzt haben. Sie lesen sich eine lustige Studie durch die sagt, dass 8 % der Deutschen der Unterschicht angehören. Und während der normale Mensch sich fragt wie man das ändern kann scheint die Politik vollkommen überrascht, dass wir plötzlich eine Unterschicht haben. Das erinnert mich ein wenig an diese Louis de Funès-Filme in denen er so panisch “Nein-Ja-Nö-Och” Wortfetzen herausbringt. Da wird doch glatt munter diskutiert ob es wirklich eine Unterschicht gibt, wo die Leute plötzlich herkommen und natürlich wer Schuld daran ist. Und dann gibt es noch diese Wortklauber. Was mir noch im Ohr ist, dass es Menschen gäbe, die es im Leben schwerer haben aber so etwas wie Schichten in der Gesellschaft gibt es nicht. Noch mehr an die geliebte Realsatire kam die Forderung eines anderen Politikers heran, es doch bitte nicht Unterschicht zu nennen, da die Betroffenen dadurch beleidigt würden.
Für mich ein weiteres trauriges Beispiel, dass die Politik irgendwie sehr weltfremd geworden ist. Wer in einer großen Luftblase lebt und glaubt eine Gesellschaft besteht nur aus Mittel und Oberschicht hat doch eigentlich kaum das Zeug dazu über das Wohl einer ganzen Nation zu entscheiden.

Wissen “die Politiker” überhaupt wie es im wahren Leben zugeht?

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Trackback | Autor: flash| Tags: ,

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  • 3 Antworten to “Housten, wir haben eine Unterschicht”

    1. ela sagt:

      Spannend find ich das 2 gesagt haben ja die wissen noch wie das wahre Leben ist :-)

    2. René sagt:

      O.K. ich oute mich. Ich war einer der beiden „Ja“-Sager.
      Allerdings hab ich die Umfrage etwas vom vorangegangenen Beitrag entkoppelt. Ich hab teilweise schon sehr gute Erfahrungen mit Lokalpolitikern gemacht. Die gingen bis zur finanziellen Unterstützung sozialer und kultureller Projekte. Auf Landes- und Bundesebene möchte ich ungern mitreden, mangels Wissen.
      In den Medien wird oft viel gemeckert und gejammert, aber sehr selten richtig aufgeklärt. Oft stehen hinter scheinbar unschönen Gesetzen, viele gute Ideen, die man mit seinem begrenzten bürgerlichen Wissen garnicht erfassen kann. In unserer komplizierten Welt werden für alles Spezialisten gebraucht. Politiker sollten dies auf ihrem Fachgebiet sein. Dazu gehört, zu wissen, wie es „im wahren Leben zugeht“, aber auch nicht nur alles von drinnen, sondern auch mal mit Abstand zu betrachten.

    3. flash sagt:

      Ich habe “die Politiker” bewusst in Anführungszeichen gesetzt weil man diese Frage nur verallgemeinern kann. Ich rede jetzt mal über die Bundespolitik, da ich die doch am besten mitbekomme. Ich habe in letzter Zeit immer mehr den Eindruck, dass die Politik in letzter Zeit massiv Probleme mit der Vertretung des Volkes hat und Politik immer mehr als Selbstzweck verliert. Es ist schon irgendwie erschreckend, dass gegen den Wiederstand von Fachbehörden und Kartellamt nur die Energieversorger fusionieren durften und man sich wenige Monate später wundert, dass diese ihr gestärkten Kartelle für Preiserhöhungen auslösen. Ebensowenig verständlich weshalb man heute über eine Unterschicht diskutieren möchte, wo man doch vor gut 2 Jahren als Hartz-4 beschlossen wurde man diese massiv ignoriert hat obwohl es ein massives öffentliches Interesse gab.
      Auch wenn ich sicher weiß, dass es nicht einfach ist finde ist es aus meiner Sicht sehr erschreckend, dass man es seit Jahren nicht schafft die Gesundheits- und Sozialsystem zu grundhaft reformieren. Anstatt das jetzige System in Frage zu stellen sondern nur an den akuten Brennpunkten herumdoktort. Ist schon erschreckend wenn man sich überlegt, dass es schon so geht solange ich denken kann.

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