da denkt man gar nicht daran
Vorhin kam auf Phoenix eine Reportage die sich mit dem Weltkonzern Coca Cola und seinen Geschäftspraktiken beschäftigte. Unter anderem wurde auch auf die Produktion n Indien berichtet. Demnach werden dort Abfüllanlagen aus Kostengründen in Gebiete gebaut in denen ohnehin schon Wasserarmut vorherrscht. Die so abgefüllten werden anschließend exportiert, da Coca Cola für die meisten Inder zu teuer ist. Dazu kommt noch, dass in der Anlage selbst für indische Verhältnisse schlechte Arbeitsbedingungen vorherrschen. Die Coca-Cola-Company macht laut Wikipeda übrigens rund 5 Milliarden Dollar Gewinn.
Das ist sicher nur ein Beispiel für die Schattenseiten des Kapitalismus. Andere oft genannte Beispiele sind die beiden großen Sportartikelhersteller. In den reichen Ländern werden (Marken-)Produkte teuer verkauft die in den so genannten Billiglohnländern zu einem Hungerlohn unter schlechten Arbeitsbedingungen hergestellt werden. Und ehrlich gesagt mache ich mir als Kunde keinen Gedanken darüber wie etwas produziert wird. Für mich zählen beim Kauf nur die wahrgenommene Qualität und der Preis. Die Herstellung ist für mich nicht nachvollziehbar und wird allein deshalb nicht mal im Ansatz bedacht. Aber wenn ich solche Berichte im Fernsehen sehe frage ich mich als Verbraucher schon wie man etwas daran ändern kann. Denn ordentliche Arbeitsbedingungen am Produktionsort würden uns nur wenige Cent mehr kosten und wären außerdem auch eine Form der Entwicklungshilfe. Denn wenn ich sehe wie es jetzt läuft ist das eine große soziale Zeitbombe und man kann nur hoffen, dass es bald eine Abkehr von dem Raubtierkapitalismus hin zur sozialen Marktwirtschaft gibt, insbesondere bei Unternehmen die zweistellige Gewinnmargen haben.

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Juli 10th, 2006 at 22:25
Würden wir ausschließlich deutsche Produkte kaufen, könnte wieder echte Qualität “Made in Germany” fabriziert werden. Wir senkten die Arbeitslosenzahlen, erhöhten die Sozialabgaben, Deutschland käme aus den roten Zahlen und könnte vom Gewinn in der 3. Welt Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Davon hätten alles was.
Resüme´: Geiz ist geil ist die absolut falsche Parole, investieren in deutsche Qualität ist angesagt. Die 99-ct-Läden machen auch die 3. Welt kaputt.
Denkt mal drüber nach!
…und entscheidet euch beim nächsten Einkauf für deutsche Qualitätsprodukte!
Und die Ausbeutung der armen Länder, mit lebensnotwendigem Trinkwasser sollte zum Markenboykott führen. Sowas verbietet sich wohl jedem, der auch nur einen Hauch Menschlichkeit in sich hat.
Juli 10th, 2006 at 22:49
Das klingt so einfach wenn du es sagst. Aber abgesehen von ein paar prominenten Beispielen weiß man ja leider meist nicht was wo produziert wird. Und für ein Made in Germany reicht ja ein kleiner Handschlag aus.
Juli 11th, 2006 at 00:11
Dummheit schützt vor Strafe nicht. Gerade in der heutigen Zeit ist es wirklich sehr einfach die Herkunft eines Artikels zu erkennen, das solltest Du doch wissen
Allen Unwissenden empfehle ich diesen Link: http://www.wer-zu-wem.de/
Auf gehts! Surfen macht Spaß!
Juli 11th, 2006 at 14:40
Welcome to the REAL WORLD!
Ich hatte mein Aha-Erlebnis schon vor 6 Jahren. Mittelamerika. Wenn man sich mal ein wenig mit dem Kapitalismus, der Marktwirtschaft und der Globalisierung beschäftigt fängt man gleich an zu kotzen.
Hach ja, Flocke. Das da oben sind ja tolle Ideen. Aber ein bisschen blauäugig, findest Du nicht? Davon auszugehen, dass der Kauf deutscher Marken- (”Qualitäts-”) Produkte die Arbeitslosenzahlen mindern würde, war mein erster Lacher heute morgen.
Du solltest Dich mit der Funktionsweise des Kapitalismus befassen. Der ist nämlich nicht darauf aus, die Menschen glücklich zu machen, sondern sein Kapital zu mehren. Unter allen Umständen. Und gerade in schlechten Zeiten lernt der Kapitalismus. Das heißt, wenn bessere Zeiten kommen (erhöhter Absatz bspw.) , stellt er nicht mehr Leute ein, sondern nimmt den Mehr-Gewinn und investiert in Geldanlagen für schlechtere Zeiten. Oder bezahlt die unsäglich hohen Kredite, die in schlechten Zeiten aufgenommen werden mussten.
Geiz ist geil! Das ist die Parole dieser Zeit, denn die Deutschen haben immer weniger Geld in den Taschen. Grund? Die Arbeitslosenzahlen fressen die Sozialabgaben. Arbeitslosenzahlen entstehen durch Entlassungen in Betrieben, die nicht mehr, für den kapitalistischen Vorstand genügend, Umsätze machen. Weniger Angestellte, weniger Sozialabgaben… Ein Teufelskreis.
Dieser Teufelskreis, besser Teufelsspirale, bewegt sich schon seit mehr als 30 Jahren und geht immer weiter runter. Bestes Beispiel: Unternehmen, die Leute entlassen, haben trotzdem (besser: gerade deswegen) Rekordumsätze und steigende Kurse an den Aktienmärkten.
Zur Marke “Made in Germany” ein kleines Beispiel anhand der Marke “Made in USA”:
US-amerikanische Firmen kaufen weltweit Gebiete in anderen Ländern, auf die sie dann ihre Firmen bauen. Sie erhalten, für eine klägliche Summe, das Hohheitsrecht in diesen Gebieten, und müssen sich nicht an örtliche Gesetze halten (ähnlich Guantanamo). Sie können Einheimische Arbeiter ausbeuten UND auf ihre Produkte “Made in USA” schreiben… Soviel dazu!
Es gibt soviele Dinge, die man über dieses Thema sagen könnte. Die Erleuchtung ist groß, die Frustration ungleich größer…
Grüße,
e.
Juli 13th, 2006 at 13:23
@ enrico, meinem flotten spanier: Ich freue mich, zu Deiner morgendlichen Erheiterung beigetragen zu haben. Ja, es gelingt mir immer wieder, zumindest ein Lächeln auf das Gesicht meiner zahlreichen Fans zu zaubern…
Trotzdem: Du mußt mich nicht für blauäugig halten, denn ich bins!
Und ich habe keinen Bock mehr auf dieses ewige Gejammere der Deutschen, von wegen wie schlecht es uns geht. Sicher gings uns mal besser, aber es geht uns noch lange nicht schlecht. Wir müssen uns nur endlich mal wieder auf uns selbst besinnen und nicht nur an Profit denken, sondern auch Humanität zulassen. Die vermisse ich nämlich in immer größerem Maße in den Firmen. Coca- Cola ist da sicher nur ein Beispiel unter vielen und ich bin mir sicher: Es wird schlimmer!
Lieber Enrico, das was ist muß nicht immer richtig sein. Wir, als Bürger dieses Landes haben nicht nur das Recht, sondern geradezu die Pflicht, kritisch zu hinterfragen. Veränderungen entstehen so… und nur so.Die Geschichte liefert uns zahlreiche Beispiele.
Und Debatten zu Veränderungen entstehen nicht von alleine. Provokation ist ein gutes Mittel hierzu.
Ich grüße Dich freundlich zurück,
Flocke