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Technostadl

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie das Leben sein wird wenn ihr alt seid? Damit meine damit nicht, dass ihr schon mit 90 in Rente gehen könnt. Ich rede viel mehr vom Kulturleben.
Die heutige Jugend wird mit dem Frühlingsfest der Volksmusik von den Bildschirmen vertrieben. Wenn wir einmal alt sind wird es in der ARD den Technostadel für die Kids der 80er, der Jugend der 90er und den Erstgeborenen des neuen Jahrtausends (uns) geben, während die rebellische und verkomme Jugend der 2050er wahrscheinlich die Volksmusik für sich entdeckt hat.
Moderiert wird der Technostadel wahrscheinlich von der „Club Rotation“-Ikone Nela Panghy-Lee. Das Publikum in der Großraumdisco hat anlässlich des besonderen Anlasses ein paar Koffeintabletten eingeschmissen. Die Show sollte eigentlich mit einem Auftritt von Dune beginnen. Da der Text von „Can’t Stop Raving“ eine versteckte Aufforderung zum Suizid enthält, entschlossen sich die Verantwortlichen es der Quote wegen kurzfristig als Schlusslied zu spielen. Stattdessen beginnt die Show mit dem Klassiker „I Wanna Be A Hippie“ von den Technoheads. Als wenig später Charlie Lownoise und Mental Theo durch die Rollstuhlreihen hüpfen um „Wonderful Days“ zu performen zerbrechen etliche Gebisse, die zuvor herausgefallen waren als die Senioren rhythmisch mit dem Beat mitgenickt haben.
Anschließend entschuldigt sich ein eher unbekannter Musiker bei ATB, von dem er jahrelang behauptet hatte er könne nicht Trompte Keyboard spielen. Großer Applaus für diese große Geste.
Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt als das letzte noch lebende Bandmitglied von Scooter HP Baxter die Bühne betritt und begrüßt das Publikum mit einem „Wicked“ begrüßt. Und er sieht keinen Tag älter als 80 aus. Stütz-BH’s bedecken den Boden der Bühne. Nach der Darbietung von „How Much Is The Fish“, optisch unterstützt durch knackige 50-jährige Gogos, verlässt er die Bühne und brüllt zum Abschied noch ein „Hyper Hyper“ ins Mikro.
Anschließend wird das Publikum mit den beiden Suizid-Klassikern „Can’t Stop Raving“ und „Somewhere Over The Rainbow“ von der Grand Dame des Techno (Marusha) verabschiedet.
Danach schieben die Zivis die Überlebenden von der Disko in die Altersheime. Diejenigen die sich in spontaner Rührung das Leben nahmen oder das aufregende Event gesundheitlich nicht durchgestanden hatten werden direkt ins benachbarte Krematorium verbracht.

Trackback | Autor: flash| Tags:

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2 Antworten to “Technostadl”

  1. andrea sagt:

    ….und die jugend von heute, die weder techno noch volksmusik ertragen kann, verwelkt daheim. ihre klagen wurden nicht erhört und so endet sie schließlich sang- und klangos auf ein kopfkissen gestützt am fenster…..

  2. Flash sagt:

    Wer jetzt noch keinen Techno mag wird ihn im Alter trotzdem lieben. In meinen jungen Jahren war ich ein entschlossener Boykottierer elektronischer Musik. Aber im Alter beginnt man sich durch die schnellen Beats wieder jung zu fühlen. Und spätestens mit 80 stehst auch doch auf Techno.
    Einen ähnlichen Effekt wirst du sicher bei deinen Eltern feststellen können. Erst beginnen sie zunehmend mehr Schlager zu hören und irgendwann geht es dann in Volksmusik über. Das ist ein Naturgesetz. Durch soziokulturelle Einflüsse wird unsere Generation im Alter auf Techno stehen. Damit musst du dich wohl oder übel abfinden.

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